Gefährdete Demokratie?

Eine provokative Frage stand am Anfang der Podiumsdiskussion bei der 30. Gedenkveranstaltung für die 500 deportierten und ermordeten Juden aus dem Internierungslager Berg am Laim: Gibt es denn Parallelen zwischen der Situation in Deutschland im Jahr 1933 und der Situation in Deutschland im Jahr 2017?

Diskutiert haben diese Frage (von links nach rechts) Dr. Jenni Brichzin (Sprecherin der Initiative Berg am Laim für Demokratie, Freiheit und Europa), Ilse Macek (Gegen das Vergessen – für Demokratie e.V.), Prof. Dr. Marita Kraus (Professorin an der Universität Augsburg), Dr. Miriam Heigl (Leiterin der Fachstelle für Demokratie der LH München). Geleitet wurde die Diskussion von Winfried Eckardt (Münchner VHS Ost).

Die Antwort lautete wohl, sehr verkürzt: im unverkennbaren Wiedererstarken des Nationalismus, dem aufflammenden Rassismus und der zunehmenden Fremdenfeindlichkeit klingt 1933 zumindest an. Gleichzeitig ist die Ausgangslage im demokratisch konsolidierten Deutschland 2017 sehr wohl eine deutlich andere als diejenige in unmittelbarer Nähe zum Niedergang des deutschen Kaiserreichs. Zu viel Pessimissmus erscheint daher wohl kaum angebracht – insbsondere, weil sich in der Flüchtlingskrise, aber auch in Sachen Demokratiestärkung in letzter Zeit das große zivilgesellschaftliche und humanistische Potential gezeigt hat und weiterhin zeigt. Sehr wohl aber angebracht ist Wachsamkeit und die Bereitschaft, Verantwortung für die Welt zu übernehmen, in der wir leben. Denn die menschenverachtenden Folgen, die es haben kann wenn dieser Verantwortung zu wenige folgen, das wird wohl nie wieder etwas so entsetzlich deutlich machen wie die Zeit zwischen 1933 und 1945.

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