Impressionen vom Fest für Demokratie

Rums! Um kurz vor 17 Uhr öffnet der Himmel wieder seine Schleusen, das erste Berg am Laimer Fest für Demokratie kommt zu einem dramatischen Ende. Die Musiker der Band „Radio Europa“ – zuvor haben sie immer wieder für begeisterten Applaus gesorgt – lassen die letzten Töne verklingen, dann fliegen hastig Planen über die Instrumente. Der Zauber ist vorbei.

Der Einsatz aber für Erhalt, Erneuerung und Weiterentwicklung demokratischer Kultur im Stadtteil geht weiter für die Initiative „Berg am Laim für Demokratie, Freiheit und Europa“, die das Fest auf die Beine gestellt hat. Schon um 8 Uhr in der Früh hatten sich die Helfer am vergangenen Samstag am Grünen Markt in der Baumkirchnerstraße Berg am Laim versammelt, um das bunte Zeltdach in die Höhe zu stemmen, die Bühne aufzubauen, die vierzig Biergarnituren aufzustellen. Alles ehrenamtlich, alles im Einsatz für die gemeinsame Sache. So war dann mit Beginn um 14 Uhr tatsächlich alles fertig: von den moderierten Demokratiediskussionstischen in ihren weißen Spitzenkleidchen über die Kunstinstallation „Demokratiewäscheleine“ bis hin zu internationalem Buffet und Kinderprogramm. Ganz vorne mit dabei: Kulti Kids e.V., Maikäfertreff, Münchner VHS-Ost, Nemetschek Stiftung, Zeugnerhof.

Bereit war damit auch alles für ein weiteres Highlight im Programm, nämlich die Podiumsdiskussion mit den BundestagskandidatInnen im Wahlkreis München-Ost Margarete Bause (Grüne), Manfred Krönauer (FDP), Dr. Wolfgang Stefinger (CSU), Claudia Tausend (SPD), Brigitte Wolf (Linke), moderiert von der wunderbar souveränen Claudia Decker (BR Notizbuch). Gerade die Podiumsdiskussion wurde hinterher vielfach gelobt: die TeilnehmerInnen wären menschlich rübergekommen, als es um Themen von Demokratie über Europa bis zur städtischen Nachverdichtung ging – das Ausklammern üblicher Wahlkampfrhetorik war ein Anliegen der Initiative gewesen. Die häufig beschworene Kluft zwischen den Menschen vor Ort und der „großen“ Politik, sie wirkte hier sehr viel kleiner als sonst.

Trotz all dem und trotz des großen Engagements blicken die Organisatoren um Jenni Brichzin, die Sprecherin der Initiative, mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf das Fest zurück. Zum einen natürlich wegen des Wetters – hätte es sich doch nur noch zwei Stündchen länger gehalten! Dass der Regen letztlich nicht an sich halten konnte, das hatten vor allem die Demokrati(e)sche mit ihren zwölf angereisten ModeratorInnen zu büßen, die in der Folge abgebrochen werden mussten. Hinterher ist Winfried Eckardt, Leiter der Münchner VHS-Ost und Organisator dieses Hauptprogrammpunktes, dann auch etwas Frustration anzumerken als er bilanziert: „Wir probieren das bestimmt nochmal – aber nicht mehr diesen Sommer.“ Zum anderen aber hätten es auch durchaus noch mehr Besucher sein dürfen bei diesem Fest. So formulierte eine Besucherin dann auch die größte Kritik an der Veranstaltung: „So tolle Musik, so ein hochkarätiges Podium, so eine gute Sache – und dann sind die Bänke nicht voll besetzt!“

Aber auch, wenn es da durchaus noch Luft nach oben gegeben hätte: viel Lob und Beifall gab es von vielen Seiten für Format und Organisation. Das Wichtigste war aber vielleicht der Effekt, den man direkt nach der Veranstaltung beobachten konnte: die Menschen standen noch zusammen und redeten, über Demokratie, Politik und Zusammenleben. Und genau darum ist es ja gegangen.

Schon am 7. August geht es in der Veranstaltungsreihe der Initiative weiter, dann mit einem open air-Kinoevent am gleichen Ort, dem Berg am Laimer Grünen Markt. Gezeigt wird natürlich ein Film, der zum Thema passt: „Suffragette – Taten statt Worte“. Der Film startet um ca. 21 Uhr.

Fotos © Tom Garrecht

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Das „Fest für Demokratie“ wurde ermöglicht durch die finanzielle Unterstützung von

& Bezirksausschuss 14 Berg am Laim

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